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Wie du auf Ausreden reagieren kannst

In der letzten Woche habe ich über die möglichen Gründe geschrieben, wieso Klient*innen das, was sie im Coaching mit dir besprochen haben, nicht umsetzen. In diesem Artikel geht es darum, wie du nun am besten auf „Ausreden“ reagieren kannst. 

Typische Ausreden von Klient*innen

Ausrede: „Das habe ich falsch verstanden.“

Eine typische Reaktion, die zunächst ein Stück vom „Nichts tun“ ablenken soll, ist die Ausrede, etwas nicht richtig verstanden zu haben. Hier ist es wichtig, dass du da dranbleibst und es weiter konkretisierst.

Beispiel:

Klient*in: „Oh, das tut mir leid. Das habe ich ganz anders verstanden.“

Coach: „Es scheint so, als wäre die Aufgabe oder Absprache zu unklar formuliert gewesen. Daher schlage ich vor, dass wir sie jetzt noch einmal konkreter formulieren.“

Bitte deine Klient*innen am Ende der Sitzung noch einmal, in eigenen Worten widerzugeben, was sie bis zur nächsten Sitzung umsetzen wollen. Sollten sie beim nächsten Mal wieder nichts umgesetzt haben, so handelt es sich möglicherweise um einen Widerstand.

Ausrede: „Mir ist was dazwischengekommen.“

Zunächst solltest du herausfinden, woran es liegt, dass dein*e Klient*in das Besprochene nicht umgesetzt hat. Finde also die Gründe heraus und erarbeite mit ihr*ihm mögliche Lösungswege.

Kommt dein*e Klient*in zu dir mit folgender Entschuldigung, so fragt du beispielsweise wie folgt nach:

Klient*in: „Ich habe es mir mehrfach vorgenommen, nur leider ist mir immer wieder etwas dazwischengekommen.“

Coach: „Was ist Ihnen dazwischengekommen?“

Klient*in: „Der Alltag.“ (Floskel)

Hartnäckig bleiben

Coach: „Wie genau hat der das gemacht, Ihnen dazwischen zu kommen?“

oder

Klient*in: „So sehr ich es auch wollte, ich bin immer wieder davon abgekommen.“

Coach: „Was hat Sie davon abgehalten?“

Klient*in: „Mein Partner. Der findet das nicht gut.“

Coach: „Welchen Grund könnte Ihr Partner haben, Sie davon abzuhalten?“

Klient*in: „Er hat bedenken, dass es mir zu viel wird und wir weniger Zeit für uns haben.“

Coach: „Das heißt, er will womöglich Sie und Ihre Beziehung schützen?“

Klient*in: „Ja.“

Coach: „Was glauben Sie, bräuchte er, damit er ein gutes Gefühl hätte, Sie machen zu lassen und unbesorgt wegen Ihrer Beziehung zu sein?“

Das Ziel dabei ist, deine Klient*innen dabei zu unterstützen, ihr Vorhaben umzusetzen.

Um nicht beim nächsten Mal ähnliche Entschuldigungen zu hören, ist es sinnvoll, im Vorfeld mögliche Störfaktoren herauszuarbeiten und ggf. zu bearbeiten. Dafür können die folgenden Fragen hilfreich sein.

 

 

Coaching-Fragen

Fragen zum Öko-Check

Was könnte der Umsetzung im Weg stehen?

Wie können Sie sich davor schützen, dass etwas dazwischenkommt?

Wie können Sie sicherstellen, dass Sie diese Aufgabe diesmal umsetzen werden?

 

Ressourcenorientierte Fragen:

Wer oder was könnte Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen?

Was hat Ihnen in der Vergangenheit geholfen, Ihre Ziele umzusetzen?

Welche Ihrer Fähigkeiten sind bei der Umsetzung Ihres Vorhabens besonders gefragt?

 

Angst vor dem Versagen

Solltest du den Eindruck gewinnen, dass dein*e Klient*in Angst vor einem möglichen Versagen hat, solltest du das offen ansprechen.

Tipp:

Um meine Klient*innen bei der Umsetzung zu unterstützen, gebe ich ihnen gerne „Starthilfe“, indem ich zunächst von einem ersten Versuch spreche. In diesem Zusammenhang nutze ich dann gerne das Wort „experimentieren“. Ein Experiment ist nämlich in den meisten Fällen positiv belegt und lässt auch ein „Nichtgelingen“ ohne Weiteres zu. So schaffe ich eine gewisse Fehlerfreundlichkeit und ermutige zum Ausprobieren.

 

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Andrea Schlösser Coaching leicht gemacht
Andrea Schlösser -Coaching leicht gemacht

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Sabine Bünger

Danke für die hilfreichen Anregungen!

Michaela Schirmbrand-Pfeiffer

Die Idee mit dem Experimentieren gefällt mir gut! Oft liegt so eine uralte Idee von: beim ersten Wurf muss alles gleich passen, du hast keine 2. Chance,.. dahinter. Mir ist manchmal folgender Glaubenssatz im Weg: Schuster bleib bei deinen Leisten. Ich habe ein ganz neues Business gestartet, wo ich viel lerne und ausprobiere, und nicht selbstverständlich auf wissenden Boden gehe. Das Ausprobieren der Klienten, das Nichtgelingen erlauben (wie du so schön schreibst) und diesem eine neue Perspektive abringen. Das ist eine schöne Ermutigung.

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